Jedes Cannabis-Produkt in der Apotheke kommt mit einem Analysenzertifikat (Certificate of Analysis, CoA). Es dokumentiert Wirkstoffgehalt, Reinheit und häufig auch das Terpenprofil. Wer es lesen kann, vergleicht Produkte besser.
Wirkstoffe zuerst
Die erste Zeile nennt THC und CBD in Prozent des Trockengewichts. Ein Produkt „22/1“ enthält rund 22 % THC und 1 % CBD. Die tatsächlichen Werte der Charge dürfen in einer festgelegten Bandbreite abweichen – das ist normal und steht ebenfalls im Zertifikat.
Das Terpenprofil
Terpene sind Aromastoffe. Sie bestimmen Geruch und Geschmack und werden in Prozent oder Milligramm je Gramm angegeben. Die vier häufigsten:
- Myrcen – erdig, krautig; in vielen Indica-dominanten Sorten dominant.
- Limonen – zitrisch, frisch; typisch für viele Sativa-dominante Sorten.
- Caryophyllen – pfeffrig, würzig; das einzige Terpen, das an den CB2-Rezeptor bindet.
- Pinen – kiefrig, harzig.
Im Verzeichnis zeigt jede Produktseite die vier häufigsten Terpene mit Anteil als Balken. So erkennen Sie auf einen Blick, ob ein Produkt eher erdig oder eher zitrisch ist.
Was wenig aussagt
Gesamt-Terpengehalte unter 0,5 % sind kaum wahrnehmbar. Wirkversprechen einzelner Terpene („beruhigend“, „anregend“) sind wissenschaftlich nicht abschließend belegt – sie taugen als Orientierung für das Gespräch, nicht als Therapieentscheidung.
Praktischer Nutzen
Ist Ihr Produkt nicht lieferbar, hilft das Terpenprofil bei der Suche nach einer Alternative mit ähnlichem Charakter. Die Entscheidung über einen Wechsel trifft die verordnende Ärztin oder der Arzt.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine medizinische Beratung.
